Bühnenregel VIII. Wenn’s eh keiner übersehen kann,
dann strahl’ es an!
(Das gilt nicht nur für die Bühne.)
Fehler macht jeder – steh dazu! Wenn du versuchst, das zu verbergen, was ohnehin jeder schon mitbekommen hat, machst du dich lächerlich.
Dir fällt ein Zettel herunter. Versuch nicht, ihn „unauffällig“ wieder aufzuheben und zu tun, als sei nichts gewesen. Bei einem witzigen Vortrag, wäre es gut, wenn dir spontan eine komische Bemerkung über die Erdanziehungskraft einfällt. Auch wenn du nicht so schlagfertig bist und den Zettel übertrieben demonstrativ wieder aufhebst und dich entschuldigst, ist es besser, als ohne Unterbrechung „heimlich“ nach dem Zettel zu angeln.
Wenn du auf die Uhr schauen willst, dann tu das auffällig, das merkt ohnehin jeder. Kommentiere das: „Wie viel Zeit haben wir denn noch?“ Das denken die Zuschauer ohnehin. Was du nicht verbergen kannst, male rot an!
Wenn du den Faden verloren hast, starre nicht in die Leere und warte, bis er wiederkommt, sondern lache über dich selbst, gestehe den Verlust, oder lass dich von deiner Bauchrednerpuppe darauf aufmerksam machen.
Ich hatte mal einen Sehnenriss am Finger, der mit einer fast unsichtbaren Schiene und einem hautfarbenen Pflaster versehen wurde. Für die Show habe ich einen dicken Verband um den Finger gemacht und mich vom Publikum bedauern lassen.
Fehler machen ist sympathisch und kommt beim Publikum gut an. Perfekt geplante Shows kann jeder im Fernsehen anschauen, die Pannen machen eine Live-Aufführung so sympathisch.
